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Vermögensaufbau muss nicht kompliziert sein: Die Kraft EINFACHer Regeln

Viele Menschen scheitern nicht am Vermögensaufbau, sondern an unnötiger Komplexität. Andreas Borsch erklärt die psychologischen Hemmnisse, zeigt aber auch einen möglichen Lösungsweg aus diesem Dilemma auf. Erfahren Sie, warum finanzielle Stabilität oft auf wenigen einfachen Grundsätzen beruht – und weshalb Eigenverantwortung, Disziplin und Klarheit wichtiger sind als die nächste Anlagestrategie.

(veröffentlicht auf cashkurs.com am 11.06.2026)



Es gibt diverse Dinge, die uns auf dem Weg zu mehr finanziellen Erfolg im Wege stehen. Eines davon ist die Tendenz, dass wir Dinge - so auch den Vermögensaufbau - komplizierter machen, als sie es sind!


Dinge werden oft verkompliziert, weil unsere vernetzte Welt immer mehr Details erfordert und Menschen von Natur aus dazu neigen, Probleme durch das Hinzufügen von Dingen, statt durch Weglassen zu lösen. Manche „Experten“ oder Systeme versuchen gar, durch Fachsprache eigene Wichtigkeit zu demonstrieren. So werden morgen häufig Personen zu Börsenprofis hochstilisiert, weil sie uns heute mit Fachvokabular, Anglizismen ausschweifend und mit gewichtigen Sätzen erklären, weshalb gestern an der Börse was passiert ist.


Diese Vorgehensweise ist wohl auch das größte Hemmnis für Deutschlands Wirtschaft. Ansonsten kann ich mir die Politik der letzten Jahrzehnte nicht erklären. Wir schauen nach hinten, obwohl wir nach vorne wollen. Wir erforschen mit großem Aufwand, warum etwas nicht geht, anstatt uns darüber Gedanken zu machen, wie es gehen könnte.


Das „Thema Nr.1“ der derzeitigen Zeit ist Entbürokratisierung. Aus meiner Sicht ein Paradoxon des deutschen Liberalismus und der aktuellen Verwaltungsstruktur.


Das Entbürokratisierungsparadoxon beschreibt das Phänomen, dass der politische und organisatorische Versuch, Bürokratie abzubauen, oft zu noch mehr Bürokratie führt. Jeder fordert zwar weniger Regeln, doch aus Angst vor Haftung, Kontrollverlust oder Missbrauch entstehen stets neue Dokumentations- und Kontrollpflichten.


Die Politik fordert vom Bürger mehr Eigenverantwortung, reguliert jedoch bis in die letzte Ecke der Privatsphäre. Bürokratisierung schränkt jedoch die Entscheidungsfreiheit des Bürgers ein! Sie entmündigt!


Bürokratie unter dem Deckmantel Verbraucherschutz


In meinem Artikel vom 08.08.2019 „MIFID II – Kundenschutz oder Alptraum?“ habe ich mich diesem Thema genähert. Nicht nur viele Banker sehen sich mit den immer weiter steigenden Anforderungen an Beratungsdokumentation und Aufklärungspflichten konfrontiert.

Die für einen Neukunden auszufüllenden Unterlagen, Auswertungen und auszuhändigen Dokumente überfordern selbst als ZIP-Datei verpackt schnell die Systemgrenzen viele E-Mail-Provider.


Aus Angst vor möglichen Haftungsansprüchen werden Anlageberater gezwungen, mit dem Kunden mehr über die möglichen Risiken einer Empfehlung als über Herleitung und Sinnhaftigkeit einer vernünftigen Vermögensstruktur zu reden.

Für den Anleger entsteht kaum ein echter Mehrwert.


Was hat Autofahren mit Geldanlagen zu tun?


Es gibt einen guten Grund, weshalb Sie einen Pkw auf öffentlichen Straßen nur mit einem gültigen Führerschein bewegen dürfen! Damit weisen Sie nach, dass Sie befähigt wurden, bei der Benutzung des Fahrzeugs für sich und insbesondere für andere Verkehrsteilnehmer nicht zu einer Gefahr zu werden. Dennoch passieren Unfälle – verschuldete und unverschuldete – mit mehr oder weniger drastischen Folgen für die Betroffenen. Das Risiko ist permanent und für alle sicht- und erkennbar.


Wie intensiv muss ein Autoverkäufer einen Käufer über die möglichen, systemischen und nicht systemischen Risiken aufklären, die mit der Benutzung des Fahrzeuges auftreten könnten? Wie umfangreich muss er diese Aufklärung dokumentieren?


Allein der reine Menschenverstand, das persönlich Erlebte, das aus dem Umfeld Bekannte sagt und zeigt uns doch auf, welche Risiken beim Autofahren bestehen! Egal ob systemisch oder unsystematisch.


Bei Geldanlagen soll der reine Menschenverstand nicht mehr ausreichen?


Ein Anlageberater kann keinen Anleger jemals vor systemischen Risiken wie einer Zinsänderung, Inflation, Konjunktur, politische Instabilität, Kriege, Pandemien … schützen. Das sind makroökonomische oder politische Faktoren, die außerhalb der Kontrolle einzelner Unternehmen oder Anleger liegen.


Das sind Risiken, die sich nicht einfach „wegstreuen“ lassen!


Einen Finanzführerschein gibt es übrigens noch immer nicht. Die Forderung nach mehr Finanzbildung ist Jahrzehnte alt, scheitert jedoch regelmäßig am Willen und am Verantwortungsbewusstsein der Politik.


Dazu hatte ich schon 2019 mehrere Artikel geschrieben:


Ein Vermögen aufzubauen, erfordert mehr Selbstdisziplin als Anlageerfolg! Da wo die Politik bisher gescheitert ist, haben Sie die Chance


Entbürokratisieren Sie Ihre Privatfinanzen


Obwohl jeder von uns den Spruch „Weniger ist mehr!“ kennt, neigen auch wir dazu, einfache Dinge zu verkomplizieren und damit Verantwortung für die eigenen Finanzentscheidungen abzugeben. Dabei würden nur wenige Glaubensgrundsätze für den Großteil der Bevölkerung die Bewältigung Ihrer Privatfinanzen erheblich erleichtern.


Vermögensaufbau funktioniert nur durch Einkommen


Dauerhaftes und ausreichendes Einkommen gelingt nur durch Bildung, Fleiß, Ehrgeiz und Gesundheit. Dieses gilt es zu sichern - durch eigene Initiative, Eigenmotivation, Disziplin und bedachten Umgang mit dem eigenen Körper. Eine Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung schützt vor dem existenziellen Notfall.

Risikoabsicherungen müssen strikt von der Kapitalbildung entkoppelt werden. Somit verbieten sich alle Versicherungen mit integrierter Beitragsrückzahlungsoption (sprich Vermögensaufbau).


Liquidität geht vor Rentabilität


Dieser Satz besagt, dass die jederzeitige Zahlungsfähigkeit oberste Priorität hat. Für die Privatfinanzen bedeutet das: Bevor Sie langfristige oder renditestarke Investitionen tätigen (wie in Aktien oder Immobilien), muss sichergestellt sein, dass Sie Ihre laufenden Kosten decken und auf unvorhergesehene Ausgaben sofort reagieren können.

Jede noch so gute Anlagestrategie scheitert, wenn nicht ausreichend Liquidität vorhanden ist und man zur Unzeit an Langfristanlagen heran muss.


Sparen heißt Konsumverzicht



Ein Vermögen aufzubauen, erfordert mehr Selbstdisziplin als Anlageerfolg!


Wer aufgrund seines Einkommens nicht sparen kann oder aufgrund seines Lebensstils nicht sparen möchte, könnte an dieser Stelle das Lesen des Artikels beenden.


Übrigens: Ein Kredit ist letztendlich auch nur ein Sparvertrag – jedoch verbindlicher, und mit einer negativen Rendite!


Vermögensaufbau funktioniert nur dann, wenn man seine Einnahmen- / Ausgabenrechnung dadurch verbessern kann, indem man die Einnahmenseite erhöht und/oder die Ausgabenseite (Konsum) reduziert. Beides erfordert Möglichkeit, Veränderungswillen und Disziplin!


Bei der langfristigen Vermögensanlage muss ich mich entscheiden, ob ich in Geld- oder Sachwerte investieren möchte.


Die Definition dieser Begriffe erspare ich mir. Sie müsste hinlänglich bekannt sein.

Die Anlage kann direkt (Anleihen- oder Aktienkauf) oder indirekt (ETF, Fonds, Beteiligungen…) erfolgen.

Nach diesen Kriterien würden synthetische/künstliche Finanzprodukte wie Zertifikate, Swap-ETFs, Bitcoin für die meisten Anleger als geeignete Anlage schon mal entfallen.


„Was heißt das konkret für mich!?“


Mit ein paar einfachen Glaubensgrundsätzen kann man vermeintlich hochkomplexe Sachverhalte auf eine rein rationelle Betrachtung reduzieren, die finanzielle Entscheidungen vereinfacht und somit auch die Übernahme der Eigenverantwortung erleichtert.

Mit Komplexität kann man jedoch als Bank und Finanzberater hohe Kompetenz suggerieren und mehr Geld verdienen.


Einfach kann und darf jedoch auch einfach nur einfach sein!

Mit dem nachhaltigen Vermögensaufbau sollte man so früh wie möglich beginnen. Allein schon der Zinseszinseffekt spricht dafür. Zudem heilt Laufzeit das Risiko. Nach dem Motto „Nach jedem Hoch kommt ein Tief, kommt ein Hoch!“


Ein erfolgreicher Vermögensaufbau erfordert ein hohes Maß an Selbstreflektion und Eigenverantwortung.


Denk- und Verhaltensmuster sind tiefe, meist in der frühen Kindheit entstandene mentale Schablonen, die unbewusst steuern, wie wir die Welt wahrnehmen, fühlen und reagieren. Das soziale Umfeld und eigene Beobachtungen beeinflussen uns. Wir lernen, indem wir das Verhalten unserer Bezugspersonen spiegeln und Erlebnisse verallgemeinern.


Wir neigen zum Katastrophisieren (Wir gehen immer vom Schlimmsten aus.), zum Übergeneralisieren (Einmal falsch – immer falsch.) und zum Perfektionieren (Nur fehlerfreie Ergebnisse sind akzeptabel.)


So formen sich unsere Glaubenssätze und lassen automatische Denk- und Verhaltensmuster entstehen.


Das Erkennen, Hinterfragen und gezielte Umprogrammieren dieser Muster ist der Schlüssel zu mehr mentaler Flexibilität und damit auch zu mehr finanziellem Erfolg.


Fazit:

Übernehme für Deine Einstellung zu den Dingen, für Dein Verhalten (Für das, was Du tust und vor allem auch für das, was Du nicht tust.) die alleinige Verantwortung.

Wenn Du dieses ablehnst, lässt Du es zu, dass andere Macht über Dich ausüben.

Wer Schuld hat, hat die Macht!

Wer zu lange auf seine Macht verzichtet, wird sie eines Tages verlieren.

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